Wie Start-ups und Unternehmen mit dem Corona Virus umgehen

Das Corona Virus stellt uns alle vor neue Herausforderungen, auch im Arbeitsalltag. Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen müssen sich den drastisch veränderten Rahmenbedingungen anpassen. Eine Studie ergab, dass 70% der Start-ups in Deutschland Existenzängste haben (Studie des Bundesverband deutscher Start-ups e.V. und Curth+Roth, Link). Start-ups sind wegen fehlender finanzieller Rücklagen besonders von der Krise betroffen, doch auch KMU’s und Großunternehmen befinden sich im Ausnahmezustand. Jedoch geht jeder anders mit einer Krise um, so rief Frank Thelen Start-ups dazu auf, die Krise als Chance zu nutzen und nach Pivot Möglichkeiten zu suchen (Thelen bei Bits & Pretzels). Eine zeitweilige Strategieanpassung hat das Start-up Famigo realisiert: da der Kundenzugang (Kommunen) praktisch unmöglich wurde, hat sich das Team überlegt, wie es ihnen auf andere Weise helfen kann. Famigo bietet Gemeinden und Städten die Möglichkeit, das bestehende Angebot für Familien zentral darzustellen, um ihre Attraktivität zu erhöhen. Nun baute das Unternehmen eine Web-App “Corona Lotse”: Bürger*innen können mit deren Hilfe schnell und einfach die aktuelle Lage in ihrer Gemeinde überprüfen - mit garantiert richtigen Informationen von Rathaus und Landratsamt. Willstätt und Offenburg bieten diesen Service bereits ihren Bürger*innen an - weitere Städte können innerhalb weniger Minuten angelegt werden (Link). “Das ist der Famigo Gedanke: alle relevanten Informationen auf einen Blick - ohne viel Aufwand seitens der Kommunen”, erklärt Alexander Feldberger, Geschäftsführer von Famigo. 

Auch das Start-up Telocate - das Lösungen zur Lokalisierung und Datenanalyse für industrielle Anwendungen anbietet  (Link) -  nutzt die neu gewonnene Zeit um sich auf die Entwicklung neuartiger, leistungsfähiger Sensoren mit vereinfachter Einrichtung zu konzentrieren. Die bereits geplante Produktentwicklung wird nun in Angriff genommen, da Kundentermine und Installationen verschoben wurden. Dr. Johannes Wendeberg, einer der zwei Gründer schätzt sich glücklich, den Betrieb nicht komplett stilllegen zu müssen, wie dies bspw. in der Restauration der Fall ist. Im März hat das Start-up auf Initiative von Dario Grgić (endiio) seine 3D-Drucker bereitgestellt, um Schutzvisiere für Freiburger Krankenhäuser zu drucken.

Neben der Verschiebung von Kundenprojekten ist eine weitere neue Herausforderung, die durch Home-Office und Kurzarbeit zustande kommt, der fehlende soziale Kontakt - eine Situation, die durch die verhängten Ausgangsbeschränkungen noch verschärft wird. Marlene Körschges, Geschäftsführerin der f.u.n.k.e. FUTURE GmbH, hat die Fokussierung des Unternehmens mittels internem Weiterbildungsprogramm “f.u.n.k.e. Stays Connected” den Umständen angepasst. Gewöhnlich unterstützt das Beratungsunternehmen den Mittelstand beim erfolgreichen Umgang mit Zukunftsthemen wie bspw. “Industrie 4.0” vom Personalmanagement bis hin zur operativen Ebene (Link). Nun priorisierte die Unternehmerin zu Gunsten der internen Weiterbildung um. Ziel ist es, allen Mitarbeitenden der f.u.n.k.e. MITTELSTANDS GmbH die Möglichkeit zu geben sich in der zusätzlichen freien Zeit weiterzuentwickeln, über den Tellerrand zu schauen und über private Themen auszutauschen. Das nach der Working Out Loud Methode konzipierte, digitale Programm über Zukunftsthemen des Mittelstandes lässt auch nicht den Spaß zu kurz kommen. Geplant sind neben Themen wie Führung und Home-Office auch ein Webinar zu Bierbrauen und eine Kunst Challenge. 

Auch der BadenCampus wird Webinare anbieten: der geplante Zukunftsnavigator zum Thema AR/VR am 22.04. wird verschoben um Ihnen die Möglichkeit zu geben zu einem späteren Zeitpunkt die Lösungen im Campus auszuprobieren. Als Ersatz bieten wir Ihnen ein Webinar über Kooperationen zwischen KMU’s und Start-ups an: Anmeldungen sind ab sofort unter folgendem Link möglich. Der Accelerator, das intensivste unserer Start-up Förderprogramme, wird bis Ende Mai virtuell stattfinden - Workshops inklusive Kick-off. 
Marlene Körschges sieht auch in der Krise etwas positives: Sie ist überwältigt vom Zusammenhalt und dem allgemeinen Verständnis in der Gesellschaft. Die interviewten Unternehmer*in nutzen die Krise - wie das BadenCampus Team selbst -  proaktiv um intern neue Kompetenzen aufzubauen, innovative Produkte zu entwickeln und tragen einen Beitrag zur Lösung der Krise bei. Vielleicht ist dies auch für Sie eine interessante Option?

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