Trotz der Herausforderungen gibt es klare Handlungsempfehlungen für Startups, die sich auf die aktuelle Marktsituation einstellen:
1. Finanzierungsstrategie langfristig denken: Anstatt nur die nächste Runde zu sichern, sollten Startups ihre Finanzplanung so aufstellen, dass sie länger mit dem vorhandenen Kapital arbeiten können. Eine realistische Burn-Rate-Kalkulation und konservative Umsatzerwartungen helfen, eine solide Basis zu schaffen.
2. Alternative Kapitalquellen prüfen: Neben klassischem Risikokapital gewinnen Venture Debt, strategische Investoren oder öffentliche Förderungen an Bedeutung. Gerade Programme auf nationaler und EU-Ebene bieten Möglichkeiten, um Kapital zu beschaffen, ohne sofort Eigenkapital abzugeben.
3. Klaren Business Case präsentieren: Investoren wollen wissen, wie ein Startup nachhaltig profitabel wird. Starke Kennzahlen und ein realistisches Wachstumsszenario sind entscheidend. Unternehmen sollten ihre wichtigsten KPIs genau kennen und eine schlüssige Equity Story liefern können.
4. Netzwerk aktiv nutzen: Gerade in herausfordernden Zeiten ist ein starkes Netzwerk zu Investoren von Vorteil. Direkte Kontakte und warme Intros erhöhen die Chancen auf eine Finanzierungszusage. Auch können Mentoren, Accelerator-Programme oder Industriepartner wertvolle Unterstützung bieten. Ebenso kann der Austausch mit anderen Gründern, die ähnliche Herausforderungen gemeistert haben, wichtige Impulse liefern.
5. Kapital effizient einsetzen: Startups sollten ihre Kostenstruktur genau analysieren und Einsparpotenziale identifizieren. Wachstum ist wichtig, aber nur, wenn es gesund ist. Die Zeit der überdimensionierten Marketing-Budgets und aggressiven Skalierungsstrategien ist vorbei.
6. Pivot als Option offenhalten: Falls sich zeigt, dass das aktuelle Geschäftsmodell in der bestehenden Form nicht langfristig tragfähig ist, sollten Gründer bereit sein, strategische Anpassungen vorzunehmen. Ein gezielter Pivot in eine profitablere Nische kann den Unterschied zwischen Erfolg und Scheitern ausmachen.
7. Due Diligence-Prozesse aktiv vorbereiten: VC-Investoren prüfen aktuell besonders genau. Startups sollten sich deshalb bestmöglich auf Due Diligence-Prozesse vorbereiten. Eine klare Dokumentation der Finanzzahlen, vertraglichen Verpflichtungen und technologischen Assets kann den Prozess deutlich beschleunigen.
8. Kundenfokus intensivieren: Startups, die eine starke Kundenbindung aufbauen und frühzeitig wiederkehrende Umsätze generieren, sind für Investoren attraktiver. Ein valides Revenue-Modell und niedrige Churn-Raten sind heute mehr wert als ein kurzfristiger Hype.
9. Berater und Experten einbinden: Der Austausch mit erfahrenen Beratern oder Finanzierungsexperten kann wertvolle Einblicke und Kontakte bringen. Sie kennen die Anforderungen der Investoren genau und helfen, Pitch Decks, Geschäftsmodelle und Finanzierungsstrategien gezielt zu optimieren.